23.07.2020

Eurizon: „Die Relevanz von Green Bonds nimmt weiter zu“


Während der Corona-Krise ist die Emissionstätigkeit bei Green Bonds nahezu zum Erliegen gekommen. Das ändert aber nichts an deren Attraktivität, wie Matteo Merlin, Manager des Eurizon Fund – Absolute Green Bonds, betont. Neue Emissionen bestätigen dies. Nicht zuletzt, um die Folgen von COVID-19 zu beseitigen, werde die Relevanz grüner Anleihen weiter zunehmen.

GREEN BONDS: Matteo, wie hat sich die Corona-Krise auf Ihr Portfolio ausgewirkt?

Matteo Merlin: Eingedenk der Tatsache, dass der Green-Bond-Markt von verschiedenen Akteuren bestimmt wird – Unternehmen, Regierungen, Agenturen –, ist er von der Corona-Pandemie ebenso getroffen worden, wie die Anleihenmärkte insgesamt. Während des Shutdowns hat sich das Angebot an Neuemissionen stark verringert, weil die Unsicherheit unter den Emittenten diese veranlasst hat, ihre Projekte zu verschieben. Der Blick in die Statistik zeigt, dass das Emissionsvolumen im ersten Quartal dieses Jahres etwas geringer war als im ersten Quartal 2019, obwohl in der zweiten Märzhälfte praktisch keine Papiere mehr an den Markt kamen. Das hat sich im zweiten Quartal zunächst noch fortgesetzt, weshalb sich das Emissionsvolumen gegenüber dem zweiten Quartal 2019 in etwa halbiert hat. Allerdings haben wir im zweiten Quartal mit der allmählichen Lockerung der Einschränkungen auch viele neue Emittenten am Markt gesehen, was zuversichtlich stimmt. So wurde beispielsweise in Deutschland der erste Green Bond der chemischen Industrie begeben – immerhin mit einem Volumen von einer Milliarde Euro.

GREEN BONDS: Können Green Bonds helfen, die Folgen von Corona abzumildern? Oder werden sie aufgrund etwa der neuen Euro-Bonds möglicherweise an Bedeutung verlieren?

Merlin: Nein, wir glauben nicht, dass grüne Anleihen an Bedeutung verlieren werden. Wir glauben, dass sie der wichtigste Teil des Markts für nachhaltige Anleihen sind und bleiben werden. In diesem Segment gibt es so viel zu tun und zu finanzieren – wie Klimaanpassung und Klimaschutz, Vermeidung von Umweltverschmutzung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Nutzung von Wasser- und Meeresressourcen und gesundes Ökosystem – sodass die Bedeutung von grünen Anleihen noch weiter zunehmen wird. Die Veröffentlichung der Details des von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Wiederaufbauprogramms „Next Generation EU“ unterstützt das Interesse an der Anlageklasse „Grün“. Der Transfer der entsprechenden Gelder sollte tatsächlich durch staatliche Pläne erfolgen, die mit dem europäischen Green Deal übereinstimmen. Mehrere Sektoren würden davon profitieren, zum Beispiel der Bausektor – mit Erneuerungen, die auf eine Verringerung der Umweltauswirkungen abzielen –, die Förderung erneuerbarer Energien und der Verkehrssektor.

GREEN BONDS: Muss bei Green Bonds nun verstärkt mit Kreditausfällen gerechnet werden?

Merlin: Die Kreditausfälle werden sich im selben Takt entwickeln wie am Anleihenmarkt generell. Es sind ja dieselben Schuldner, die einerseits grüne und andererseits normale Anleihen begeben. Daher unterliegen Green Bonds auch denselben Bonitätsrisiken. Für uns als Fondsmanager bedeutet das wiederum, dass wir sehr intensive Bonitätsprüfungen durchführen, um Kreditausfälle möglichst zu vermeiden.

GREEN BONDS: Welche Auswirkungen haben die Markteingriffe der Notenbanken auf Green Bonds?

Merlin: Wir versuchen, die Auswirkungen der Konjunkturprogramme auf unser Portfolio auszuloten. Wir schauen uns zum Beispiel sehr genau an, was die EZB tut, und wir können derzeit feststellen, dass sie grüne Anleihen genauso behandelt wie die anderen Anleihen. Aus unserer Sicht sind die Auswirkungen im Moment sicherlich nicht negativ. Es gibt keine Nachteile für grüne Anleihen im Vergleich zu Unternehmensanleihen. GREEN BONDS:  Was steckt denn hinsichtlich Neuemissionen zurzeit in der Pipeline? Merlin: Da findet sich das ganze Spektrum der Wirtschaft wieder – Finanzwerte, Versorger, Industrie, Bau, Chemie, Stahl. Was aus unserer Sicht aber besonders wichtig ist, sind geplante Neuemissionen aus den Bereichen Energieerzeugung, Wasseraufbereitung und Abfallbeseitigung. Das sind Emissionen, die wir uns sehr genau anschauen. GREEN BONDS: Bei der Vielzahl an unterschiedlichen Anleihen und an Projekten, die diese finanzieren – gewichten Sie Ihre Investments alle gleich stark, oder differenzieren Sie? Merlin: Wir differenzieren bei unseren Investments sehr genau und schauen uns jeden Bond im Detail an. Dabei prüfen wir auch, was mit dem Geld der Anleger finanziert werden soll, und entscheiden auf dieser Basis, ob wir die Anleihe zeichnen und in welcher Höhe. Das ist auch hinsichtlich des potenziellen Greenwashings eminent wichtig. Denn es gibt immer wieder Emittenten, die versuchen, die Green-Bond-Welle zu nutzen, um sich auf diesem Weg Finanzmittel zu beschaffen, die gar nicht für grüne Projekte verwendet werden. Und diese Greenwasher können dem Green-Bond-Segment großen Schaden zufügen, wenn sie nicht gestoppt werden. www.green-bonds.com Foto: Matteo Merlin © Eurizon Asset Management


01.07.2020

„Allein aus unserer Pipeline in Finnland erwarten wir bis 2026 … anteilige Verkaufserlöse im niedrigen zweistelligen Millionenbereich“, Karsten Reetz, reconcept GmbH

Die reconcept GmbH, ein Anbieter und Asset-Manager nachhaltiger Geldanlagen sowie Projektentwickler im Bereich erneuerbare Energien, begibt eine grüne Anleihe im Volumen von bis zu 10 Mio. Euro, die eine Laufzeit von 5 Jahren und einen Kupon von 6,75% p.a. hat (ISIN DE000A289R82). Interessierte... [mehr]


01.07.2020

Berlin Hyp emittiert ersten Grünen Pfandbrief im Jahr 2020

Die Berlin Hyp hat gestern ihren fünften Grünen Pfandbrie f und damit den insgesamt neunten Green Bond begeben. Zeitgleich ist es die erste Emission eines Grünen Pfandbriefs aus Deut schland im aktuellen Kalenderjahr. Ihr Volumen ausstehender grüner Anleihen erhöht sich somit im fünften Jahr nach... [mehr]


30.06.2020

Wachsendes Angebot an sozialen und grünen Anleihen

Der Markt für Sozialanleihen ist in weniger als drei Monaten um 43% auf 66 Mrd. Euro gewachsen

Die Corona-Krise hat den Markt nachhaltiger festverzinslicher Wertpapiere verändert. Während in der Vergangenheit grüne Anleihen dominierten, hat eine Fokussierung auf die tiefgreifenden sozialen Auswirkungen der Pandemie in den letzten Monaten den Schwerpunkt von E auf S verlagert. Diese... [mehr]


29.06.2020

„Die Aufstockung der Anleihe kann kurzfristig als Zwischenfinanzierung dienen“, Clemens Wohlmuth, CFO, Photon Energy N.V.

Die Photon Energy N.V. stockt die 7,75%-Anleihe 2017/22 (ISIN DE000A19MFH4) auf. Das Kapital soll für den Bau von zwei großen Projekten in Ungarn und Australien für das eigene Portfolio verwendet werden. Gemeinsam haben diese Projekte eine Kapazität von 28,7 MWp und würden das Portfolio der... [mehr]


25.06.2020

Aberdeen Standard legt Global Corporate Bond Sustainable and Responsible Investment Fund auf

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat einen neuen Fonds aufgelegt, der eine starke langfristige Wertentwicklung mittels Anlage in Unternehmen anstrebt, die sich durch ein solides Management ihrer Risiken und Chancen in Bezug auf ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG-Faktoren)... [mehr]


25.06.2020

Aurubis platziert Schuldscheindarlehen mit nachhaltiger Komponente

Direkte Kopplung der Verzinsung an Nachhaltigkeitsrating von Aurubis, zweieinhalbfache Überzeichnung des ursprünglich angepeilten Volumens

Mit einem Volumen von 400 Mio. Euro hat Aurubis erstmalig ein Schuldscheindarlehen (SSD) mit nachhaltiger Komponente platziert. Damit ist Aurubis das erste Unternehmen der Grundstoffindustrie in Europa und nimmt daher innerhalb des Sektors eine Vorreiterrolle ein. Mit dem ESG-linked... [mehr]


22.06.2020

Photon Energy prüft Aufstockung der 7,75%-Unternehmensanleihe 2017/2022

Die aufgestockte Anleihe soll im Rahmen einer Privatplatzierung qualifizierten Investoren angeboten werden

Photon Energy N.V. (ISIN NL0010391108) prüft die Möglichkeiten einer Aufstockung der 7,75%-Unternehmensanleihe 2017/2022 (DE000A19MFH4). Die aufgestockte Anleihe soll im Rahmen einer Privatplatzierung bei qualifizierten Investoren in der Bundesrepublik Deutschland und in bestimmten weiteren Staaten... [mehr]


21.06.2020

PROKON Regenerative Energien eG: Konzernergebnis vor Steuern beträgt 2019 rd. 20,4 Mio. Euro

Die PROKON Regenerative Energien eG (ISIN: DE000A2AASM1) teilt mit, dass nach Aufstellung des Konzernabschlusses der Genossenschaft zum 31.12.2019 und Prüfung durch den genossenschaftlichen Prüfungsverband das Konzernergebnis vor Steuern für das Geschäftsjahr 2019 rd. 20,4 Mio. EUR betragen wird.... [mehr]


18.06.2020

Nordex Group erhält Auftrag über 43 MW von ABO Wind aus Finnland

Die Nordex Group hat von ihrem Großkunden ABO Wind einen Auftrag für die Lieferung und Errichtung von neun N149/4.0-4.5-Turbinen für das finnische Projekt "Kokkoneva" erhalten. Alle Anlagen werden für den Betriebsmodus von 4,8 MW Nennleistung ausgestattet. Der Auftrag umfasst ebenfalls... [mehr]


16.06.2020

reconcept Green Bond I: Hamburger Energieexperte begibt grüne Anleihe mit 6,75% p.a.

Zeichnungsstart am 22. Juni 2020, Emissionsvolumen von bis zu 10 Mio. Euro

reconcept GmbH, Anbieter und Asset-Manager nachhaltiger Geldanlagen sowie Projektentwickler im Bereich Erneuerbare Energien, begibt eine grüne Anleihe (ISIN: DE000A289R82) im Volumen von bis zu 10 Mio. Euro, die über die Laufzeit von fünf Jahren mit einem Kupon von 6,75 % p.a. ausgestattet ist.... [mehr]


Anzeige