25.06.2020

Aurubis platziert Schuldscheindarlehen mit nachhaltiger Komponente

Direkte Kopplung der Verzinsung an Nachhaltigkeitsrating von Aurubis, zweieinhalbfache Überzeichnung des ursprünglich angepeilten Volumens


Mit einem Volumen von 400 Mio. Euro hat Aurubis erstmalig ein Schuldscheindarlehen (SSD) mit nachhaltiger Komponente platziert. Damit ist Aurubis das erste Unternehmen der Grundstoffindustrie in Europa und nimmt daher innerhalb des Sektors eine Vorreiterrolle ein. Mit dem ESG-linked Schuldscheindarlehen erhalten Investoren die Möglichkeit, Kapital gemäß klarer Nachhaltigkeitsaspekte anzulegen.

Das Orderbuchvolumen in Höhe von 200 Mio. Euro war aufgrund der hohen Investorennachfrage zweieinhalbfach überzeichnet. Dies erlaubte die Aufstockung der Emission auf 400 Mio. Euro, die Laufzeit-Tranchen von drei, fünf und sieben Jahren mit jeweils fester und variabler Verzinsung umfasst. Das große Interesse basiert sowohl auf der ESG-Komponente als auch auf der Kreditwürdigkeit von Aurubis. Trotz der Covid-19-Pandemie hatte das MDAX-Unternehmen eine Dividende für das letzte Geschäftsjahr gezahlt, ein Aktienrückkaufprogramm gestartet und im Mai, mit der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen, die Prognose für das Geschäftsjahr 2019/20 bestätigt.

Aurubis wird diese Mittel zur allgemeinen Unternehmensfinanzierung sowie für den Erwerb des belgisch-spanischen Recyclers Metallo (Kaufpreis: 380 Mio. Euro) nutzen. Aurubis hatte am 2. Juni 2020 den formalen Vollzug der Transaktion bekanntgegeben. Die Expertise und Technologie von Metallo werden die Möglichkeiten der Aurubis-Gruppe für die Verarbeitung komplexer Recyclingmaterialien ergänzen. Damit erweitert Aurubis das Portfolio und kann zukünftig mehr Basismetalle, die in Europa vor allem durch Megatrends wie Digitalisierung oder E-Mobilität stark nachgefragt sind, in die Wertschöpfungskette zurückführen.

Roland Harings, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, erläutert: „Im Unternehmensverbund mit Metallo werden wir zukünftig jährlich rund 1 Mio. Tonnen Recylingmaterialien verarbeiten und sind damit bereits heute ein wichtiger Teil der Kreislaufwirtschaft in Europa. Indem wir Wertstoffe des modernen Lebens, wie etwa eine Vielzahl von Metallen aus Elektro- und Elektronikgeräten in höchster Reinheit dem Wirtschaftskreislauf wieder zuführen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Ressourcen.“

Harings weiter: „Aurubis verfolgt dabei eine klare Wachstumsstrategie, die gleichzeitig auf Effizienzsteigerung und Verbesserung der Nachhaltigkeit zielt. Das ist bei uns kein Widerspruch, sondern gelebte Realität: Wirtschaftliches und zugleich ökologisch und sozial verantwortungsvolles Handeln gehen Hand in Hand – das gilt auch in puncto Finanzierung, wie bei dem ESG-linked SSD.“

An dem Schuldscheindarlehen mit grüner Komponente haben sich rund 90 Investoren – darunter Sparkassen, Privat-, Genossenschafts- und Auslandsbanken – beteiligt. „Das große Interesse sehen wir als klaren Beleg für unsere sehr soliden Finanzkennzahlen, unser nachhaltig ausgerichtetes Geschäftsmodell und unser verantwortungsvolles Wirtschaften“, so Rainer Verhoeven, Finanzvorstand der Aurubis AG. „Unsere Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit fließen direkt in die Berechnung der Zinsaufwendungen für das Darlehen ein. Dies orientiert sich an dem Rating der anerkannten, unabhängigen Nachhaltigkeitsagentur EcoVadis.“

Rainer Verhoeven erklärt: „Wenn wir in der Lage sind, das Nachhaltigkeitsrating zu verbessern, erhalten wir günstigere Zinskonditionen für das Schuldscheindarlehen; schaffen wir es nicht und verschlechtert sich unsere Bewertung, so erhöhen sich die Zinskonditionen. Unsere Verantwortung für Lieferketten, Umwelt und Mensch ist damit direkt an die Finanzierungskosten gekoppelt.“

Die Bewertungsmethodik von EcoVadis basiert auf internationalen Nachhaltigkeitsstandards und wird von einem internationalen, wissenschaftlichen Komitee aus CSR- und Supply Chain-Experten überwacht.

Das Mandat für die Platzierung des SSD erteilte Aurubis der Commerzbank AG, der DZ BANK AG und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba).

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