27.09.2019

Bedeutung nachhaltigen Investierens nimmt bei nahezu allen Investment Professionals in Deutschland zu


Nachhaltiges Investieren steht seit einiger Zeit im Mittelpunkt regulatorischer Initiativen und der medialen Berichterstattung. Die DVFA Kommission Sustainable Investing (SI) hat Investment Professionals in Deutschland befragt, um die herrschende Stimmung zur Thematik nachhaltigen Investierens zu erfassen und deren Meinungen zu verschiedenen Aspekten zu bündeln. Die wesentlichen Resultate im Folgenden:

Die Ergebnisse der Umfrage belegen die zunehmende Bedeutung nachhaltigen Investierens. So nehmen 98,1 Prozent der befragten Investment Professionals eine verstärkte Relevanz des Themas bei ihren Tätigkeiten wahr. Zudem bestätigt die Mehrheit (58,8 Prozent) der Investment Professionals, dass ihre Kunden verstärkt nach nachhaltigen Anlagen fragen – 31,4 Prozent antworteten mit „manchmal“ und lediglich 9,8 Prozent verneinten dies.

Zudem teilen 37,5 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien den wirtschaftlichen Erfolg und den finanziellen Ertrag von Investitionen nicht beeinträchtigt. 16,3 Prozent waren der gegenteiligen Ansicht, 46,2 Prozent antworteten mit „fallweise“.

Noch deutlicher war die Reaktion auf die Behauptung, dass ESG-Faktoren bei Investmententscheidungen stärker berücksichtigt würden. Hier stimmten 68,6 Prozent zu, 25,5 Prozent antworteten mit „manchmal“, und nur 5,9 Prozent verneinten.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung zeigt die Häufigkeit der Anwendung von ESG-Kriterien nach Assetklassen, wobei Mehrfachnennungen obligatorisch waren. So ergab die Befragung folgende Verteilung nach Prozent aller Stimmen: Aktien (34,7 Prozent), Anleihen (28,7 Prozent), Immobilien (14,9 Prozent), Infrastruktur (12,3 Prozent), Rohstoffe (7,5 Prozent) und Hedgefonds (1,9 Prozent).

Auf die Frage, ob es richtig sei, wenn Institutionelle Investoren und Asset Manager darauf verpflichtet würden, transparent über die Berücksichtigung von ESG-Faktoren bei der Auswahl ihrer Anlagen gegenüber ihren Endanlegern zu berichten, antworten 61,5 Prozent  mit ja, 21,2 mit „fallweise“, und 17,3 Prozent mit nein. Darüber hinaus halten es 46,2 Prozent der Befragten für richtig, das Finanzsystem so zu reformieren, dass privates Kapital in nachhaltiges Wirtschaften umgelenkt wird und das Finanzsystem so Teil der Lösung für eine umweltverträglichere und nachhaltigere Wirtschaft wird. 37,5 antworteten mit „fallweise“, 16,3 Prozent lehnten das ab.

81,7 Prozent der Befragten sind der Auffassung, dass die Anwendung der EU-Taxonomie die grundsätzliche Entscheidungsfreiheit des Anlegers nicht einschränken dürfe. Ebenso müsse eine EU-weit harmonisierte Taxonomie nach Ansicht von 53,8 Prozent der Investment Professionals die Vielfalt von Ansätzen berücksichtigen. Andere Nachhaltigkeitsauslegungen müssten möglich bleiben.

Ebenso sollte nach Ansicht von 68,3 Prozent der Befragten die Klassifizierung nicht dazu führen, dass ganze Wirtschaftsbranchen, Unternehmen oder einzelne Wertschöpfungsglieder pauschal als nicht nachhaltig eingestuft werden, wenn Teile der Wertschöpfungs- oder Lieferkette nicht der Nachhaltigkeitsdefinition entsprechen. Ferner betrachten 69,2 Prozent es als unbedingt notwendig, dass Unternehmen, Projektentwickler und weitere Stakeholder entsprechende Daten gemäß der Taxonomie bereitstellen, damit Investoren ihre Anlageobjekte nach der EU-Taxonomie beurteilen und darüber berichten können. Nur 6,7 Prozent halten das für verzichtbar.

Befragt, wo sie Hindernisse auf dem Weg zu einer nachhaltigen Ausrichtung der Finanzindustrie sähen, antworten die Investment Professionals:

- Mangel an einheitlichen Standards und Definitionen (76,2 Prozent)
- Fehlende Integration in herkömmlichen Analyse- und Bewertungsmodelle (60,6 Prozent)
- Wissens- und Erfahrungsdefizit vieler Akteure in der Finanzindustrie (59,6 Prozent)
- Übermäßig viele Initiativen und Clubs, die zu Verwirrung führen (51,9 Prozent)
- Ungenügende Unternehmensberichterstattung zu Nachhaltigkeitskriterien, die Auswirkung auf Geschäftsmodelle / Finanzkennzahlen haben (47,1 Prozent)
- Mangelnde Vertrautheit vieler Vorstände und Aufsichtsräte mit Nachhaltigkeitsanforderungen (46,2 Prozent)


Die Ergebnisse dieser Befragung fließen auch in die Arbeit und Schwerpunkte der Kommission Sustainable Investing ein.

https://www.green-bonds.com/
(Foto: © pixabay)



23.09.2020

Eurizon: „Die erste grüne Bundesanleihe wird den Markt ankurbeln“

Anfang September hat die Bundesrepublik Deutschland die erste grüne Bundesanleihe mit einem Volumen von 6,5 Mrd. Euro begeben. Caterina Ottavi und Matteo Merlin, die beiden Manager des 1,5 Mrd. Euro schweren Fonds Eurizon - Absolute Green Bonds Fund, sehen in der Emissionen einen starken Impuls für... [mehr]


22.09.2020

Der Aufbau einer grünen Renditekurve durch Bundesanleihen sendet wichtige Signale für den gesamten Sektor

von Jeroen van Herwaarden, Fondsmanager Triodos Euro Bond Impact Fund, Triodos IM

Es ist kein Zufall, dass Deutschland mit der Emission einer grünen Staatsanleihe das Segment der Impact Bonds in Europa gerade jetzt stärkt. Aufgrund der COVID-19-Krise haben Regierungen einen hohen Kreditbedarf. Dieses Geld wird zur Finanzierung der enormen Konjunkturprogramme verwendet, die die... [mehr]


17.09.2020

BANTLEON verstärkt Fokus auf nachhaltige Investments

Kombination von MSCI ESG Research mit eigenen Bewertungsprozessen, Zwei Fonds bereits mit sehr guter Note »AA« ausgezeichnet

Der Asset Manager BANTLEON verstärkt seinen Fokus auf Nachhaltigkeit durch die Integration von externen ESG-Analysen in den Investmentprozess. Als Grundlage für die Nachhaltigkeitsanalyse, die Einhaltung ethischer Unternehmensgrundsätze wie die UN-Global-Compact-Richtlinien sowie die Analyse von... [mehr]


03.09.2020

NN IP: Deutschland führt grüne Zwillingsanleihe ein

Deutsche Regierung begibt erste grüne Anleihe und startet Aufbau einer grünen Zinskurve, Bundesanleihe ist wichtiger Meilenstein für Green-Bond-Markt

Nach den Niederlanden und Schweden ist Deutschland das dritte Land mit AAA-Rating, das eine grüne Staatsanleihe emittiert hat. Die Bundesregierung kündigte außerdem an, neben ihrer konventionellen Zinskurve eine grüne Zinskurve aufzubauen. Deutschland führt das Konzept der „grünen... [mehr]


04.08.2020

DWS erweitert ESG-Angebot um ETF für kurzlaufende Anleihen nachhaltig wirtschaftender Unternehmen

Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond Short Duration UCITS ETF wird seit dem 3. August 2020 an der Deutschen Börse gehandelt

Mit dem neuen Xtrackers II ESG EUR Corporate Bond Short Duration UCITS ETF reagiert die DWS auf die steigende Nachfrage nach kurzlaufenden Unternehmensanleihen aus dem Euroraum und auf den steigenden Bedarf an Bausteinen für nachhaltige Anlagestrategien. Der Fonds bildet den Index Bloomberg... [mehr]


29.07.2020

Tabula Studie zeigt Innovationsmangel bei Fixed Income ESG ETFs

82% der professionellen Anleger wünschen sich mehr Innovation bei Fixed Income ESG ETFs

Neueste Forschungsergebnisse des spezialisierten Anbieters von Fixed Income ETFs, Tabula Investment Management, zeigen, dass sich die europäischen professionellen Anleger mehr Innovation bei Fixed Income ESG ETFs wünschen. Tabula hat vor kurzem die von der UN unterstützten Principles of Responsible... [mehr]


23.07.2020

Eurizon: „Die Relevanz von Green Bonds nimmt weiter zu“

Während der Corona-Krise ist die Emissionstätigkeit bei Green Bonds nahezu zum Erliegen gekommen. Das ändert aber nichts an deren Attraktivität, wie Matteo Merlin, Manager des Eurizon Fund – Absolute Green Bonds, betont. Neue Emissionen bestätigen dies. Nicht zuletzt, um die Folgen von COVID-19 zu... [mehr]


13.07.2020

PGIM Investments lanciert Global Corporate ESG Bond Fonds

PGIM Investments hat mit der Lancierung des PGIM Global Corporate ESG Bond Fonds sein ESG-Angebot (Environmental, Social and Governance) erweitert. Dies ist der erste einer neu geschaffenen Reihe von ESG-UCITS-Strategien, die von PGIM Fixed Income verwaltet und vorbehaltlich der behördlichen... [mehr]


30.06.2020

Wachsendes Angebot an sozialen und grünen Anleihen

Der Markt für Sozialanleihen ist in weniger als drei Monaten um 43% auf 66 Mrd. Euro gewachsen

Die Corona-Krise hat den Markt nachhaltiger festverzinslicher Wertpapiere verändert. Während in der Vergangenheit grüne Anleihen dominierten, hat eine Fokussierung auf die tiefgreifenden sozialen Auswirkungen der Pandemie in den letzten Monaten den Schwerpunkt von E auf S verlagert. Diese... [mehr]


25.06.2020

Aberdeen Standard legt Global Corporate Bond Sustainable and Responsible Investment Fund auf

Aberdeen Standard Investments (ASI) hat einen neuen Fonds aufgelegt, der eine starke langfristige Wertentwicklung mittels Anlage in Unternehmen anstrebt, die sich durch ein solides Management ihrer Risiken und Chancen in Bezug auf ökologische, soziale und Governance-Faktoren (ESG-Faktoren)... [mehr]


News 1 bis 10 von 184
<< Erste < zurück 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 vor > Letzte >>
Anzeige