06.12.2019

Swisscanto Invest: Fossile Energieträger gehören nicht in puristische Nachhaltigkeitsfonds

Kommentar von Gerhard Wagner, Leiter Nachhaltige Anlagen, Swisscanto Invest


„Der Börsengang des weltgrößten Ölkonzerns, Saudi Aramco, zieht Finanzmärkte und Öffentlichkeit in seinen Bann wie es schon länger nicht mehr der Fall war. Und dies in einer Zeit, in der Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit eine immens hohe Bedeutung erfahren. Die Förderung fossiler Energieträger ist daher kritisch zu betrachten. Sicherlich wird Öl nicht nur am Ende der Kette verbrannt, sondern auch zur Herstellung von unzähligen Materialien genutzt. Dennoch sind die CO2-Emissionen, die aus der Nutzung fossiler Energieträger entstehen, deutlich zu hoch. So wird durch CO2-Emissionen unser Klimasystem destabilisiert und wirtschaftliche sowie ökologische Risiken in die Höhe getrieben. Die so genannten ‚Kipp-Punkte‘ rücken näher, wenn wir unseren Ausstoß von Treibhausgasen aus fossilen Brennstoffen nicht sofort reduzieren und bis Mitte des Jahrhunderts beenden. Ein Kipp-Punkt kann beispielsweise das Auftauen des Permafrosts in der Arktis sein, wodurch enorme Mengen des Treibhausgases Methan in die Atmosphäre gelangen. Dies wird die Erderwärmung nochmals beschleunigen und praktisch unumkehrbar machen Das Ziel von Paris, die Erderwärmung auf maximal 1,5 bis zwei Grad Celsius zu beschränken, wäre dann nicht mehr zu erreichen. Eine sinnvolle Faustformel, an der sich weltweit mittlerweile viele Umweltökonomen und Politikberater orientieren, schlug der Wissenschaftler Johan Rockström (Science, 2017) vor: Ausgehend von den 40 Milliarden Tonnen Kohlenstoffdioxid, die der Mensch im Jahr 2020 in die Atmosphäre emittieren wird, sollen es zehn Jahre später nur noch 20, eine weitere Dekade später nur noch zehn und bis 2050 nur noch etwa fünf Gigatonnen jährlich sein. Würde diese Faustregel befolgt, bestünde eine realistische Chance, dass der Anstieg der globalen Temperatur gemäß dem Klimaziel von Paris gegenüber der Zeit vor der Industrialisierung begrenzt werden könnte.

Finanzmärkte verarbeiten Informationen, bewerten Chancen und Risiken. Daher gehört es auch zu den Aufgaben der Finanzmarktteilnehmer, dass sie die mit dem Klimawandel verbundenen Risiken und Chancen berücksichtigen.

Zu den physischen Risiken des Klimawandels gehören die direkten Einflüsse auf die Wertschöpfungskette wie zum Beispiel die Schäden an Produktionsanlagen in Folge von extremen Wetterereignissen. Zu den Transitionsrisiken zählen Risiken, die durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft entstehen und zu einer Neubewertung von Unternehmen führen. Auftreten werden Transitionsrisiken etwa durch politische Maßnahmen wie einer CO2-Steuer oder durch die Förderung CO2-armer Technologien durch die Politik. Erst wenn die Klimarisiken im Finanzsektor ausreichend transparent und verstanden sind, können sie richtig eingepreist werden. Der CO2-Fußabdruck von Unternehmen und von Anlagefonds ist ein erster Schritt, die Klimarisiken besser zu verstehen. Der CO2-Fußabdruck ist ein Maß für die Treibhausgasemissionen, die direkt und über den Einkauf von Strom und Wärme von Unternehmen verursacht werden. Der Vergleich mit der Benchmark gibt einen Hinweis, wie CO2-intensiv die Unternehmen ihre Produkte oder Dienstleistungen herstellen. Swisscanto Invest weist den CO2-Fußabdruck von seinen nachhaltigen Fonds im Vergleich zur Benchmark aus. Die Fonds schneiden bei den CO2-Emissionen deutlich besser als ihre Benchmark ab. Die einleuchtende Schlussfolgerung: Firmen/Aktien in den nachhaltigen Fonds werden von steigenden CO2-Preisen weniger betroffen sein als der Durchschnitt der Unternehmen in der Benchmark. Nachhaltige Fonds bieten hier klare Vorteile und es wird klar, warum fossile Energieträger ein Ausschlusskriterium bei puristischen Nachhaltigkeitsfonds sein müssen.“

https://www.green-bonds.com/
(Foto: Gerhard Wagner © Swisscanto Invest)



26.02.2020

Nachhaltig Investieren mit hohem „IQ“

Nachhaltigkeit ist in aller Munde – und auch im Finanzmarkt sind nachhaltige Faktoren nicht mehr wegzudenken. Politisch, regulatorisch und gesellschaftlich erhöht sich stetig der Druck auf Asset Manager, um das generell nachhaltige Umdenken auch in diesem wichtigen Wirtschaftszweig zu etablieren. ... [mehr]


25.02.2020

Grün ist gut

von Olivier de Berranger, Chief Investment Officer, und Clément Inbona, Fondsmanager, La Financière de l’Échiquier

In der Wintersaison 2020 liegt die Farbe Grün voll im Trend. Ob Unternehmen, Anleger, Politiker oder Bürger: Alle geben sich einen grünen Anstrich, während beim Wetter ein Wärmerekord nach dem anderen erreicht wird. Die neuen Finanzhaie à la Gordon Gekko verkünden: Grün ist gut! Ein kaum zu... [mehr]


20.02.2020

Green Bond Bulletin: Grüne Anleihen haben bei der Wertentwicklung die Nase vorn

Analyse zu Rendite und Volatilität grüner Anleiheindizes belegt, dass Impact nicht zu Lasten der Erträge gehen muss

NN Investment Partners (NN IP) hat untersucht, wie sich grüne Indizes im Vergleich zu Indizes für herkömmliche Euro-Staats- und Unternehmensanleihen entwickelt haben. Die Analyse hat ausschließlich die vergangenen vier Jahre berücksichtigt, da der Markt für grüne Anleihen vor 2016 noch zu unreif... [mehr]


20.02.2020

Vorsicht vor ESG-Fallstricken: Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bringt Performancevorteile

Die große Nachfrage, gleichgerichtete Investmentansätze und das Scoring großer ESG-Datenanbieter bergen die Gefahr von Neigungen und Bewertungsanomalien

ESG - ein Performancetreiber? Ja, aber… Die Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sind mittlerweile im Management von Portfolios der meisten Anlageklassen nicht mehr wegzudenken. In Europa wird bereits fast jeder zweite Euro in nachhaltigen Investments angelegt. Ein Treiber des... [mehr]


19.02.2020

Aquila Capital bestätigt Wasserkraft-Investment in Höhe von 250 Mio. Euro

Niederländische Pensionskasse APG baut ihr Wasserkraft-Investment aus

Der Sachwert-Spezialist Aquila Capital verkündet den Ausbau der Partnerschaft mit APG im Bereich europäische Wasserkraft um weitere 250 Mio. Euro auf aktuell 550 Mio. Euro Assets. Damit steigert das Unternehmen seine AuM auf 10,75 Mrd. Euro. Die Investition wird vor allem den Aufbau des... [mehr]


17.02.2020

ESG-Vorreiter Skandinavien - fast jeder zweite institutionelle Anleger investiert schon in Impact

47% der skandinavischen Investoren haben bereits Impact Strategien im Portfolio, 20% planen eine entsprechende Anlage

Impact Investing gilt als wirksamste Form des nachhaltigen Investierens. Diese Strategien zielen nicht nur darauf ab, Investments mit negativen ökologischen oder sozialen Implikationen zu vermeiden, sondern darauf, positive Veränderungen herbeizuführen. Doch in welchem Umfang investieren... [mehr]


17.02.2020

Global Impact Report bestätigt Eurizon Fund - Absolute Green Bonds bedeutende ökologische, soziale und finanzielle Ergebnisse

Der Global Impact Report 2019 bestätigt dem Eurizon Fund – Absolute Green Bonds „bedeutende ökologische, soziale und finanzielle Ergebnisse“, so Matteo Merlin, der Manager des Fonds. Der in den letzten 3 Monaten auf 1,1 Milliarden Euro (per 31.01.2020) angewachsene Fonds, der schwerpunktmäßig in... [mehr]


14.02.2020

Marktkommentar: Dekarbonisierung der Energiebranche - welche Aktien sind interessant?

Die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung eröffnet Aktienanlegern in den Bereichen Energieerzeugung, Netzausbau und Energiespeicherung Möglichkeiten

Wenn die im Pariser Klimaabkommen festgelegten Ziele erreicht und die Auswirkungen des Klimawandels abgemildert werden sollen, müssen alle Sektoren ihre Produktion und ihren Energiebedarf dekarbonisieren. Die Produktion erneuerbarer Energien wird immer wirtschaftlicher, was die Umstellung... [mehr]


14.02.2020

BVI: Fondsgesellschaften erreichen 2019 neues Rekordvermögen

Immobilienfonds führen Absatzliste an, 40% des Neugeschäfts fließen in nachhaltige Fonds

„Die gute Stimmung an den Finanzmärkten hat sich im vergangenen Jahr positiv auf die Fondsbranche ausgewirkt. Angesichts steigender Aktienkurse und Zuflüsse ist das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen auf die neue Rekordmarke von 3.398 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 15 Prozent mehr... [mehr]


13.02.2020

Fidelity Analystenumfrage: 2020 markiert Zeitenwende für Nachhaltigkeit

ESG schafft es weltweit auf der Unternehmensagenda nach ganz oben, Europa gibt den Ton an, aber auch in China und den USA werden ESG-Themen immer wichtiger

Das Jahr 2020 wird zum “Point of no Return” in Sachen Nachhaltigkeit – zu diesem Schluss kommen die hauseigenen Analysten von Fidelity International in ihrer jährlichen Analystenumfrage. Laut dieser Erhebung entdecken Unternehmen weltweit zunehmend, dass sie nicht nur das Richtige tun, wenn sie... [mehr]


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