02.01.2020

Warum Automobilhersteller und Kunden einen Elektroschock bekommen

Kommentar von Craig Bonthron, Portfolio Manager des Kames Global Sustainable Equity Fund


Kunden schätzen den Wandel, den disruptive Technologien bringen, nicht, bis sie Innovationen live erleben. Etablierte Unternehmen, die von Innovationen in der Branche bedroht sind, verpassen den Wandel ebenso wie ihre Kunden. Trotz des rasanten Fortschritts von Elektroautos in Bezug auf Kosten und Leistung sehen die Hersteller von Verbrennungsmotoren Elektrofahrzeuge immer noch als einen kleinen Markt mit negativen Margen, den die meisten ihrer Kunden nicht wollen. Doch warum?


Clayton Christensen, amerikanischer Wirtschaftswissenschafter und Unternehmensberater, beobachtete dieses Phänomen wiederholt in seinen Studien: „Gerade bei disruptiven Innovationen, bei denen wir den Markt am wenigsten vorhersehen können, gibt es starke First-Mover-Vorteile. Das ist das Dilemma des Innovators. Unternehmen, deren Investmentprozesse eine Quantifizierung der Marktgröße und der finanziellen Rendite erfordern, bevor sie in einen Markt eintreten können, werden quasi gelähmt oder machen schwere Fehler, wenn sie mit disruptiven Technologien konfrontiert werden. Sie verlangen Marktdaten, wenn es keine gibt, und treffen Einschätzungen auf der Grundlage von Finanzprognosen, wenn weder Einnahmen noch Kosten bekannt sind. Die Entdeckung von Märkten für neue Technologien ist von Natur aus mit Misserfolgen verbunden. Viele Manager von etablierten Unternehmen finden es sehr schwierig, die Unterstützung eines Projekts zu riskieren, das scheitern könnte, weil der Markt nicht da ist.“

Angesichts der jüngsten Nachrichten, dass Telsa seine europäische Produktionsstätte "Gigafactory 4" in Berlin bauen wird, sind die neuesten Aussagen der BMW Führungskräfte besonders ironisch. Folgendes Zitat stammt aus einem Forbes-Artikel vom Juni 2019: „Es gibt keine Kundenwünsche für Elektroautos. Keine“, sagte BMW Entwicklungsleiter Klaus Fröhlich vor einem schockierten Roundtable. „Die Europäer werden diese Dinger nicht kaufen. Von dem, was wir sehen, sind Elektroautos für China und Kalifornien und überall sonst ist man besser dran mit einem Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeug mit guter Reichweite.“

Es wird also nicht überraschen, wenn ich die These stütze, dass Fröhlich den größten disruptiven Wandel in der Automobilgeschichte verpasst. Auch bewertet er die Rolle von Hybridfahrzeugen als Übergang über. Warum? Während es natürlich ist, sich an der Technologie festzuhalten, die Sie kennen, werden die reinen Kosten für Elektroautos im Laufe der Zeit aufgrund vorhersehbarer Kostensenkungen zwangsläufig niedriger sein als bei Hybridfahrzeugen. Dies sind Reduzierungen, die bei der Kombination beider Technologien aufgrund der Komplexität und der erforderlichen Kompromisse nicht erreicht werden können. Ist das unvermeidlich so!? Ja, es ist eine mutige Aussage! Doch im Kontext der Geschichte denke ich nicht, dass es so mutig ist.

Über Kames Capital
Kames Capital ist eine spezialisierte Investment-Management-Gesellschaft. Von Edinburgh und London aus verwaltet das Unternehmen im Auftrag von internationalen und Kunden aus Grossbritannien, zu denen Pensionskassen, Regierungsbeho?rden, Finanzinstitute, Vermo?gensverwalter, Family Offices und Finanzberater geho?ren, 37,4 Milliarden GBP* (41,8 Milliarden EUR). Kames Capital ist ein mehrfach preisgekro?nter Investment-Manager mit Kompetenzen im Bereich Fixed Income, Aktien, Immobilien, Multi-Asset, Absolute Return und ethische Investitionen. Das Unternehmen bescha?ftigt rund 320 Mitarbeiter.

https://www.green-bonds.com/
(Foto: Craig Bonthron © Kames Global Sustainable Equity Fund)



 


14.02.2020

Marktkommentar: Dekarbonisierung der Energiebranche - welche Aktien sind interessant?

Die Umstellung auf eine nachhaltige Energieversorgung eröffnet Aktienanlegern in den Bereichen Energieerzeugung, Netzausbau und Energiespeicherung Möglichkeiten

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14.02.2020

BVI: Fondsgesellschaften erreichen 2019 neues Rekordvermögen

Immobilienfonds führen Absatzliste an, 40% des Neugeschäfts fließen in nachhaltige Fonds

„Die gute Stimmung an den Finanzmärkten hat sich im vergangenen Jahr positiv auf die Fondsbranche ausgewirkt. Angesichts steigender Aktienkurse und Zuflüsse ist das von den Fondsgesellschaften verwaltete Vermögen auf die neue Rekordmarke von 3.398 Milliarden Euro gestiegen. Das sind 15 Prozent mehr... [mehr]


13.02.2020

Fidelity Analystenumfrage: 2020 markiert Zeitenwende für Nachhaltigkeit

ESG schafft es weltweit auf der Unternehmensagenda nach ganz oben, Europa gibt den Ton an, aber auch in China und den USA werden ESG-Themen immer wichtiger

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03.02.2020

Rekordjahr bei Green Bonds

Mit 234 Mrd. USD ist 2019 das bisherige Rekordjahr bei der Emission von Green Bonds. Gegenüber 150 Mrd. USD in 2018 ist dies ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Der rasante Anstieg des Emissionsvolumens von grünen Anleihen stellt einen Wendepunkt in den Möglichkeiten dar, die sich Anlegern bieten.... [mehr]


03.02.2020

Fidelity: Greta-Faktor kommt in der Geldanlage nicht an

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Das stärkere Bewusstsein für den Klimaschutz kommt im Alltag der Deutschen an, aber nicht in ihren Depots: Während – nach eigener Aussage – 83 Prozent der Bundesbürger in den vergangenen zwölf Monaten ihren Plastikkonsum reduziert haben und 61 Prozent weniger Flugreisen unternehmen, sind... [mehr]


10.01.2020

Nachhaltigkeit: Die neue Macht der Finanzmärkte

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18.12.2019

Commerz Real mit zweitem Spezialfonds für erneuerbare Energien

Bis zu 10 Assets mit insgesamt bis 500 Mio. Euro Volumen geplant, IRR-Rendite von 4,5 bis 5,5% jährlich angestrebt

Die Commerz Real hat über ihre Luxemburger Gesellschaft CR Fund Management S.à r.l. einen weiteren Spezialfonds für erneuerbare Energien aufgelegt. Der „Commerz Real Institutional Renewable Energies Fund II“ beabsichtigt, mit einer Laufzeit von maximal 25 Jahren in bis zu zehn On- und Offshore... [mehr]


06.12.2019

Swisscanto Invest: Fossile Energieträger gehören nicht in puristische Nachhaltigkeitsfonds

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20.11.2019

Sechs Fonds von LFDE erhalten das französische SRI-Label

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24.10.2019

Green Bonds: Kommen Bundesanleihen noch auf einen grünen Zweig?

von Marcio da Costa, Spezialist für Green Bonds bei BANTLEON

Bereits im kommenden Jahr will die deutsche Finanzagentur eine grüne Bundesanleihe begeben. Damit folgt Deutschland den Eurozonen-Mitgliedsstaaten Niederlande, Frankreich, Belgien und Irland, die bereits ein grünes Staatspapier begeben haben. Während viele Marktteilnehmer die grüne Bund-Emission... [mehr]


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