03.02.2020

Fidelity: Greta-Faktor kommt in der Geldanlage nicht an

Repräsentative Umfrage unter 3.200 Bundesbürgern: 64% fordern bessere Verständlichkeit von ESG-Anlagen


Das stärkere Bewusstsein für den Klimaschutz kommt im Alltag der Deutschen an, aber nicht in ihren Depots: Während – nach eigener Aussage – 83 Prozent der Bundesbürger in den vergangenen zwölf Monaten ihren Plastikkonsum reduziert haben und 61 Prozent weniger Flugreisen unternehmen, sind Finanzprodukte, die ökologische und soziale Faktoren sowie eine gute Unternehmensführung berücksichtigen, noch nicht gefragt: Keiner der Befragten investiert in nachhaltige Anlagen, knapp zwei Drittel der Deutschen fordern dagegen zunächst einmal eine höhere Verständlichkeit solcher Geldanlagen. Kurz gesagt: Der Greta-Faktor kommt in der Geldanlage nicht an. Das ist das zentrale Ergebnis des Verantwortungsbarometers Deutschland 2020 von Fidelity International, das das Marktforschungsinstitut Kantar EMNID alle zwei Jahre durchführt.

Für jeden Zweiten ist die Gewissheit wichtig, dass die Rendite nicht unter den nachhaltigen Anlagekriterien leidet. 47 Prozent fordern, ihr Finanzinstitut müsse sie stärker abholen und sie konkret auf diese Produkte hinweisen. Jeder Zehnte (9 Prozent) würde grundsätzlich nicht in ESG-Produkte investieren.

„Bei der nachhaltigen Geldanlage sind noch hohe Hürden zu nehmen. Während institutionelle Anleger ESG-Ansätze zunehmend in ihren Investmentprozess integrieren, kommt die Bedeutung bei Privatanlegern nicht an. Es ist daher unsere Verantwortung als Finanzindustrie, besser aufzuklären und eine stärkere Überzeugungsarbeit zu leisten. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen und warten, bis die Produkte nachgefragt werden. Wir müssen voranschreiten und die Auswirkungen klarer aufzeigen. Nachhaltigkeit ist kein Modethema, sondern die neue Norm in der Geldanlage. Auch Regulatoren weltweit nehmen die Finanzbranche immer stärker in die Pflicht“, sagt Alexander Leisten, Leiter des Deutschlandgeschäfts von Fidelity International.

Politik und Unternehmen sollen mehr Verantwortung fürs Klima übernehmen
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Die große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) fordert mehr Verantwortung fürs Klima seitens der Politik – Frauen (88 Prozent) noch häufiger als Männer (81 Prozent). Bei der Fridays-for-Future-Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen ist diese Forderung am höchsten (91 Prozent).

Auch an ihren Arbeitgeber haben Arbeitnehmer in Deutschland hohe Ansprüche in puncto Verantwortung: 95 Prozent erwarten, dass Unternehmen soziale Verantwortung übernehmen.

Engagement für die Umwelt wichtiger als bürgerschaftliches Engagement
Familie und Gesundheit sind weiterhin unangefochten die wichtigsten Lebensziele der Deutschen – jedoch leicht fallend im Vergleich zu 2018 (Familie von 88 auf 86 Prozent der Top-3-Lebensziele, Gesundheit von 90 auf 80 Prozent). Dagegen steigt das bürgerschaftliche Engagement von 22 Prozent (2018) auf 27 Prozent (2020). Das Engagement für die Umwelt wurde erstmals abgefragt und steht bei den Bundesbürgern mit 33 Prozent an der Spitze bürgerlichen Engagements – auch hier zeigt sich die Wirkung der Fridays-for-Future-Diskussionen im Alltag.

Über das Verantwortungsbarometer Deutschland 2020:
Die Umfrage Verantwortungsbarometer Deutschland 2020 wurde im Auftrag von Fidelity International von Kantar EMNID durchgeführt. In einer repräsentativen Zufallsstichprobe wurden deutschsprachige Personen in Privathaushalten ab 14 Jahren befragt. Insgesamt wurden in der Bundesrepublik Deutschland 3.240 Personen in telefonischen Interviews (CATI-Omnibus) befragt. Die Erhebung fand zwischen dem 21. August und dem 30. September 2019 statt.

(Grafik : Greta-Faktor? Nicht in der Geldanlage / Bessere Verständlichkeit von ESG-Produkten gefordert, Quelle: Fidelity International)

Frage: Stichwort verantwortliches Investieren: Finanzdienstleister bieten verstärkt Produkte an, die ökologische und soziale Kriterien sowie eine gute Unternehmensführung bei der Geldanlage berücksichtigen. Man nennt diese Kriterien auch ESG-Kriterien. Was muss aus Ihrer Sicht passieren, dass sie in solche Produkte investieren? (Basis: 3.240 Befragte). Mehrfachnennungen möglich.


https://www.green-bonds.com/



27.03.2020

Nachhaltigkeit in Zeiten von Corona: Die Spreu vom Weizen trennen

Die Corona-Pandemie hat vielfältige Auswirkungen auf die weltweiten Wirtschafts- und Finanzmärkte und ist ein Test für viele Geschäftsmodelle. Für Nikita Singhal, Co-Head Sustainable Investing und ESG bei Lazard Asset Management, eröffnet die Situation nachhaltig orientierten Anlegern jedoch auch... [mehr]


11.03.2020

ebase Vermittler-Fokus-Umfrage: Sehr positive Einschätzung der Finanzprofis hinsichtlich nachhaltiger Anlagen bei Privatkunden

Umfrage unter Vertriebspartnern der European Bank for Financial Services GmbH (ebase®) zeigt sehr positive Einschätzung zur zukünftigen Relevanz von nachhaltigen Anlagen – mehr als 80% gehen davon aus, dass diese noch an Bedeutung gewinnen werden „Die Bedeutung von nachhaltigen Investments bei... [mehr]


09.03.2020

Storebrand erhält Vertriebszulassung in Deutschland

Norwegens größter privater Vermögensverwalter bietet nachhaltige Anlagestrategien

Storebrand Asset Management startet in Deutschland den Vertrieb seiner führenden Anlagelösungen mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und bringt zunächst drei ESG-orientierte Aktienfonds auf den Markt: Storebrand Global ESG Plus, Storebrand Global Solutions und Storebrand Global Multifactor. Diese... [mehr]


04.03.2020

DAX 50 ESG Index startet / Leitindex mit ESG-Fokus enthält Top-50-Werte des deutschen Aktienmarkts

Der deutsche Leitindex DAX® hat seit heute ein neues, nachhaltiges Familienmitglied: den DAX® 50 ESG Index. Dieser Index berücksichtigt Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung, kurz ESG (aus dem Englischen für Environmental, Social, Governance) und bildet die... [mehr]


04.03.2020

Fidelity legt Anleihefonds mit reduziertem CO2-Fußabdruck auf

Anleiheanleger können auf die Transition zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft setzen

Fidelity International (Fidelity) hat den in Luxemburg domizilierten Fidelity Funds    Sustainable Reduced Carbon Bond Fund (SICAV) aufgelegt. Mit einer CO2-Konzentration, die während der letzten 800.000 Jahre* nie so hoch wie heute war, stellt der Klimawandel für Anleger und... [mehr]


04.03.2020

Green Bonds eignen sich derzeit nur als Beimischung

von Marcio da Costa, Portfolio Manager SSA & Green Bonds, BANTLEON

Trotz der rasanten Wachstumsraten steckt der EUR-Green-Bond-Markt mit einem Anteil von 3% am EUR-Anleihenmarkt noch in den Kinderschuhen. Durch die zunehmende Bedeutung des grünen Teilmarktes kommen immer mehr aktiv gemanagte und passive Green-Bond-Fonds auf den Markt. Dabei stellt sich die Frage,... [mehr]


03.03.2020

NN Investment Partners startet Corporate Green Bond Fonds

NN Investment Partners (NN IP) startet mit dem NN (L) Corporate Green Bond einen Fonds, der ausschließlich in grüne Unternehmensanleihen investiert. Der neue Fonds ergänzt den NN (L) Green Bond, der bereits seit vier Jahren erhältlich ist. Der Markt für grüne Anleihen wächst rasant und erlebt eine... [mehr]


03.03.2020

Europa-Aktien sind ein Gewinner des ESG-Booms

Mit Blick auf den Klimawandel haben europäische Technologieunternehmen im globalen Vergleich einen Vorsprung, weil sie Entwicklungen viel früher angegangen sind

„In fünf Jahren werden alle Investmentprozesse auf die Berücksichtigung von ESG-Kriterien ausgerichtet sein. Die Aspekte Umwelt, Soziales und Unternehmensführung werden dann Teil jeder herkömmlichen Due Diligence im Portfoliomanagement sein“, prognostiziert Koen Bosquet, Experte für europäische... [mehr]


03.03.2020

Aviva Investors: Erneuerbare Infrastruktur und langfristige Immobilien bieten besten relativen Wert

Investments in Infrastruktur im Bereich erneuerbare Energien und Long Income-Immobilien, sprich Immobilien mit langfristigen Mietverträgen von über 15 Jahren Laufzeit, bieten Anlegern mittel- bis langfristig die besten relativen Renditemöglichkeiten im Real Assets-Universum. Dies geht aus dem... [mehr]


02.03.2020

Legg Mason/Martin Currie: Institutionelle pochen auf ESG - auch bei Emerging-Markets-Investments

Für institutionelle Investoren wird die Integration der Faktoren Umwelt (Environment), Soziales (Social) und gute Unternehmensführung (Governance) in den Investmentprozess mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit. „Wir sehen sehr deutlich, dass die Berücksichtigung von ESG-Kriterien bei... [mehr]


News 1 bis 10 von 156
<< Erste < zurück 1-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 vor > Letzte >>
Anzeige